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IT Trends 2019

24.04.2019 - David Göhler - Min. Lesezeit
Welche IT-Themen haben die Branche 2018 bewegt? Welche Technologien müssen Sie als Experte auf dem Schirm haben, wenn Sie 2019 mitreden möchten? Wir stellen Ihnen die wichtigsten IT-Trends für dieses Jahr vor.

Für unsere Tech-Prognose haben wir uns bei Marktkennern wie Forrester, Gartner, Forbes sowie aus einigen anderen relevanten Branchenquellen informiert und für Sie die wichtigsten Themen zusammengefasst. 

Die Zukunftstrends in der IT auf einen Blick:

  • Einig sind sich alle Experten darüber, dass sich die Innovationen der letzten Jahre weiter durchsetzen werden.
  • Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich von der Unbekannten zu einer Technologie, mit der Geschäftsprozesse und Services verbessert werden.
  • Cloud Computing genießt eine weiter wachsende Akzeptanz. Außerdem werden sich Service-Anforderungen an die IT noch einmal intensivieren.
  • Die Blockchain-Technologie kommt ebenfalls immer mehr in Fahrt.
  • Zudem etabliert sich Edge-Computing zunehmend.
    Im Rahmen der Digitalisierung spielt auch Immersive Experience, also Augmented und Virtual Reality, eine immer größere Rolle.
  • Der Mensch steht auch bei den Themen Digitale Ethik und Privacy im Mittelpunkt.

KI empowered (Cloud-)Services

Die KI wird ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Die International Data Corporation (IDC) geht davon aus, dass die weltweiten Ausgaben für KI bis 2021 auf 57,6 Milliarden US-Dollar steigen werden. Die KI beginnt sich zu etablieren, da Unternehmen sie immer stärker für die Analyse der Customer’s Journey einsetzen und so gezielt Gewinne optimieren. Aus diesem Grund werden 51 Prozent der Unternehmen ihren Fokus 2019 verstärkt auf Künstliche Intelligenz setzen, so Tim Keary von Information Age.

Das US-Marktforschungsunternehmen Gartner ist sich sicher, dass die Zukunft von smarten Geräten bestimmt wird, die zunehmend überall sinnvolle digitale Dienste bereitstellen. Ganz gleich, ob es sich dabei um Autos, Roboter, die Landwirtschaft oder andere Bereiche handelt – die KI wird sich immer häufiger und immer natürlicher mit ihrer Umgebung verbinden. Unternehmen wiederum können mit KI Geschäftslösungen schaffen, die das Kundenerlebnis verbessern.

Auch für Anwendungsentwickler kommen viele positive Aspekte dazu. Mussten diese früher mit Datenwissenschaftlern zusammenarbeiten, um KI-basierte Lösungen zu entwickeln, können sie nun mit vordefinierten Modellen arbeiten, die als Services bereitgestellt werden. So können sie sich in einem Ökosystem aus KI-Algorithmen sowie Tools frei bedienen und diese in ihre Lösungen einbinden. Noch einen Schritt weiter geht es, wenn durch KI Funktionen wie Data Science, Anwendungsentwicklung und Testing automatisiert werden. Interessant: Gartner ist sich sicher, dass bis 2022 bei mindestens 40 Prozent der IT-Projekte KI-Entwickler mit von der Partie sind.

Blockchain nimmt Fahrt auf

Nicht nur KI etabliert sich kontinuierlich, auch die Blockchain-Technologie ist durch die zahlreichen öffentlichen Diskussionen im kollektiven Bewusstsein angekommen. Während viele die Blockchain-Technologie als bloße Fußnote im Bereich der Kryptowährung betrachteten, sah eine Reihe ehrgeiziger Unternehmen das Potenzial, das Blockchain in allen Industrieanwendungen zu bieten hat. Im Jahr 2018 haben Unternehmen von Porsche bis De Beers hochkarätige Blockchain-Piloten implementiert, deren Ergebnisse jedoch noch nicht voll zum Tragen gekommen sind, so Tim Keary. Blockchain hat Unternehmer trotzdem erfolgreich inspiriert, auch wenn die Technologie in 2018 noch nicht die erhoffte Tragweite erreicht hat.

Es wäre jedoch ein Fehler, anzunehmen, dass die Blockchain wieder verschwindet. Nick Cowan, CEO der Gibraltar Stock Exchanges, geht davon aus, dass es 2019 einen „Reifungsgrad im Blockchain-Bereich“ geben wird, da mehr „nachhaltige Blockchain-Projekte“ entwickelt werden. Die Blockchain hat sich nicht weniger zum Ziel gesetzt, als ganze Industrien umzugestalten und Konflikte zwischen Geschäftsökosystemen zu senken.

Cisco ist sich sicher, dass die Blockchain-Technologie bei Supply Chain Management, Netzwerk, digitalen Identitäten und Devisenhandel weiter zunimmt. Bis Ende 2019 setzen nach Meinung der Experten alle großen Cloud-Service-Provider Blockchain-basierte Lösungen kommerziell ein. Zudem dürfte die Technologie dann ein wesentlicher Bestandteil der meisten KI- und IoT-Angebote sein.

Edge-Computing ergänzt Cloud-Computing

Als Edge-Computing wird die Computer-Topologie bezeichnet, die die Erfassung und Bereitstellung von Inhalten näher an den Endgeräten platziert. Das Ziel: Traffic und Latenz, also die Verzögerungszeit zwischen der Eingabe in ein System bis zur gewünschten Reaktion, zu reduzieren.

Waren im letzten Jahr IoT, KI, Machine Learning und Edge eigene Themen, wachsen sie immer mehr zusammen, so die Meinung von Daniel Newman von Forbes. Denn je mehr IoT wächst und damit die Anzahl der angeschlossenen Geräte, umso wichtiger wird es, die Datenverarbeitung örtlich näher an die Endgeräte zu bringen, um die immer größeren Datenmengen schneller verarbeiten zu können. Die Konzepte von smarten Städten und autonomen Fahrzeugen haben keine Chance, wenn die Datenverarbeitung in der Cloud erfolgt.

Denn die Analyse von Daten findet nicht nur im Nachhinein statt, vielmehr werden die Daten in Echtzeit benötigt – und das kann nur mit Edge-Computing erreicht werden. Dabei stehen Edge- und Cloud-Computing in einer wechselseitigen Abhängigkeit zueinander. Anstatt eine neue Architektur zu schaffen, werden sich Cloud- und Edge-Computing als komplementäre Modelle entwickeln, bei denen Cloud-Services als zentralisierte Dienste ausgeführt werden – nicht nur auf zentralisierten Servern, sondern auch auf verteilten Servern vor Ort und auf den Edge-Geräten selbst.

Gartner geht davon aus, dass in den nächsten fünf Jahren spezialisierte KI-Chips mit größerer Rechenleistung, größeren Speichern und weiteren Funktionen zu Edge-Geräten hinzugefügt werden. 5G wird in diesem Szenario für eine stabile Kommunikation sorgen. Denn 5G bietet eine geringere Latenz, eine höhere Bandbreite und einen dramatischen Anstieg der Edge Endpoints pro Quadratkilometer, also der Knotenpunkte, die Daten empfangen und weiterleiten.

Bis 2028 erwartet Gartner einen stetigen Anstieg der Einbettung von Sensoren, Speichern, Datenverarbeitung und erweiterten KI-Funktionen in Edge-Geräten. Im Allgemeinen wird sich die Intelligenz in einer Vielzahl von Endgeräten in Richtung Edge bewegen – von industriellen Geräten über Bildschirme und Smartphones bis hin zu Automobilgeneratoren.

Immersive Experience: Zwischen zwei Welten

Bis zum Jahr 2022 werden laut Gartner 70 Prozent der Unternehmen mit immersiven Technologien, also der Erschaffung künstlicher Welten durch die Umgebung einer Virtuellen Realität (VR), experimentieren. 25 Prozent der Unternehmen werden sogar in Produktion gehen. In Zukunft werden Kommunikationsplattformen von virtuellen persönlichen Assistenten und Chatbots betreut. Diese könnten schon bald mit Sensoren ausgestattet sein, die es ermöglichen, Emotionen basierend auf Gesichtsausdrücken zu erkennen und entsprechend zu interagieren.

Diese Gesprächsplattformen verändern die Art und Weise, wie Menschen mit der digitalen Welt umgehen. Vor allem Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Mixed Reality (MR) werden bei der veränderten Wahrnehmung eine bedeutende Rolle spielen. Dabei kann die nächste Generation von VR zum Beispiel Formen erkennen und die Position eines Benutzers verfolgen. MR ermöglicht es, die natürliche Wahrnehmung eines Users mit der computergenerierten zu vermischen, indem virtuelle Objekte über ein halbtransparentes Display in reale Szenen integriert werden.

Der Mensch im Fokus: Digitale Ethik und Privacy

Apropos Mensch – abschließend noch zu einem IT-Trend, der nichts mit Technologie zu tun hat: In den meisten IT-Prognosen fürs nächste Jahr taucht das Thema digitale Ethik und Privatsphäre (E-Privacy) auf.

So haben die Verbraucher ein immer größer werdendes Bewusstsein für den Wert ihrer persönlichen Informationen. Sie beschäftigen sich zunehmend damit, auch vor dem Hintergrund von IoT, wie ihre persönlichen Daten von öffentlichen und privaten Stellen verwendet werden. Unternehmen, die diese Sorge nicht ernst nehmen, laufen Gefahr, dass die Verbraucher zu einer Gegenreaktion ausholen.

Gespräche über den Datenschutz müssen ernsthaft und vertrauensvoll geführt werden. Es geht nicht mehr nur alleine darum, datenschutzkonform zu handeln, sondern das Richtige zu tun. Deshalb ist in diesem Bereich ein proaktives Handeln, Sorgfalt und vor allem Transparenz ein Muss.

Fazit:

Es versteht sich von selbst, dass wir in diesem kurzen Abriss der Top IT-Themen 2019 nur einen kleinen Einblick in das neue IT-Jahr geben können. Viele weitere spannende Themen, darunter Quantum Computing, digitale Zwillinge oder Sicherheitskonzepte wie Security Automation oder Ethical Hacking, werden uns noch im Laufe dieses Jahres begegnen.

Zusammenfassend bleibt zu sagen: Bei all den aufkommenden disruptiven IT-Technologien ist klar, dass Technologieanbieter mit zunehmendem Wissen immer mehr verstehen, wie sie ihre Erkenntnisse einsetzen, um Geschäftsprozesse zu verbessern. 2018 war ein Jahr des Ausprobierens, Experimentierens und Testens, wie sich diese Technologien optimieren lassen und welche Probleme sie lösen können. Was 2019 so spannend macht, ist, dass nach Erfolgen sowie Misserfolgen von zum Beispiel Blockchain und Virtual Reality nun die nächste Entwicklungsstufe gezündet wird.
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David Göhler

Zwei Herzen schlagen in seiner Brust: Die des IT-Spezialisten, der selbst mehr als 10 Computersprachen gelernt und Informatik studiert hat, und des Redakteurs und Texteverschwurbelers, der in mehr als 20 Jahren in Verlagen und Agenturen unzählig Texte, Whitepaper und Artikel geschrieben hat. Sein Steckenpferd sind Inhalte mit Konzept, klaren Zielen in einer verständliche Sprache – auch bei komplexen Fachthemen. Die letzten vier Jahre hat er die Content-Produktion in der Inbound-Marketing-Agentur NetPress als Director Content Production verantwortet. Seit kurzem ist er als selbstständiger Texter und Konzepter buchbar. Sie erreichen ihn über die E-Mail-Adresse: david@goehler.org.