ENGINEERING

Der Dieselskandal und seine Folgen – Chance oder Risiko für deutsche Ingenieure?

28.01.2019 - Dominique Stroh - Min. Lesezeit

Deutschland, die Geburtsstätte des ersten Automobils mit Verbrennungsmotor, soll auch bei Elektrofahrzeugen eine führende Rolle auf dem Weltmarkt einnehmen. Die Diskussionen, die aus dem Dieselskandal und eventuellen Fahrverboten für Selbstzünder entstehen, sind ein Verstärker für die Forderung nach mehr Elektromobilität.

Mit ihr steht die gesamte Kraftfahrzeugindustrie weltweit vor einem umfangreichen Wandel, sowohl bei der Entwicklung als auch bei der Produktion. Davon betroffen ist beispielsweise auch die Zuliefererindustrie. Ein Elektroauto benötigt nicht nur weniger, sondern vor allem auch andere Teile als ein Auto mit Verbrennungsmotor. Hinzu kommt der Ausbau sowie die Wartung der entsprechenden Ladeinfrastruktur.

Die Veränderungen bei Technik, Material und Bauweise führen zugleich auch zu einer Veränderung der Arbeitsplätze in der gesamten Automobilbranche. Das betrifft in erster Linie Ingenieure. Viele Stellenprofile werden zunächst wegfallen. Auch bestimmte Produktionsstrecken wird es in der jetzt bekannten Form nicht mehr geben.

Veränderung als Chance

Laut einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) sind bis zum Jahr 2030 rund 426.000 Arbeitsplätze aufgrund des Verbots der Verbrennungsmotoren gefährdet. Die gute Nachricht: Dagegen stehen jeden Monat mehrere Hundert Stellenanzeigen im Bereich der alternativen Antriebe, die auf diversen Jobportalen zu finden sind. Ingenieure werden also nach wie vor gebraucht, doch mit anderen Skills.

Doch nicht nur im Automobilbereich wird es Veränderungen geben. Technologien wie die vernetzte Fertigung oder Machine-Learning benötigen nicht weniger, sondern anders ausgerichtete Experten. In einer Welt, in der Maschinen und Produkte vernetzt sind, werden auch im reinen Ingenieurbereich zumindest grundlegende IT-Kenntnisse unabdingbar.

Fazit

Wer sich frühzeitig auf Standortbestimmung begibt und offen ist für Weiterbildung bzw. Neuorientierung, wird auch in Zukunft gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Auch die Unternehmen sollten sich schnell und flexibel auf neue Entwicklungen und die Anforderungen auf dem Markt einstellen. Denn den Kopf in den Sand zu stecken, wäre für die deutsche Industrie fatal.

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Dominique Stroh

Dominique Stroh geht seit über zehn Jahren in verschiedenen Beratungshäusern mit Schwerpunkt HR & Recruiting, Innovation und als selbstständige Beraterin für agile Führung und Key Account Management immer einer Sache auf den Grund: Wie sieht Führung in der Zukunft aus? Sie ist Autorin in Büchern, Wirtschafts-Magazinen und tritt hin und wieder als Speaker auf. Von der Startup Szene bis hin zu Konzernen begleitet sie Unternehmen mit agilen Ansätzen. Inzwischen ist sie Geschäftsstellenleiterin bei GULP. Auch hier sind Scrum, Design Thinking & Co. tägliches Handwerkszeug von modernem Management.